Fünf Sätze für ein Halleluja: Volley Herren trommeln sich aus der Krise

Wer in den letzten Wochen rund um die Volley Herren des SVL Lengnau unterwegs war, wusste: Der Coaching Staff hatte nichts unversucht gelassen. Taktik- und Systemanpassungen wurden diskutiert wie an einem Schachturnier, Aufstellungen rotierten munter durch, das Warmup wurde umgebaut, das Coaching gewechselt – und als letzte Massnahme musste sogar die Einspielmusik dran glauben.

Nach mehreren bitteren Niederlagen vor Weihnachten stand das Auswärtsspiel in Dottikon deshalb unter besonderer Beobachtung. Und wie immer hiess uns der langjährige, freundschaftlich verbundene Gegner mit einem Augenzwinkern willkommen – inklusive der obligatorischen Ankündigung eines Fünfsätzers. Nach dem überraschenden Dreisätzer im Herbst war klar: Heute wird wieder länger gearbeitet.

Die ersten beiden Sätze verliefen fast wie aus dem Lehrbuch der knappen Niederlagen. Lengnau hielt jeweils bis nach Satzhälfte souverän mit, spielte konzentriert und verteidigte solide. Doch dann schaltete Dottikon jeweils einen Gang höher und brachte den Vorsprung clever ins Ziel. 25:23 und 25:22 für die Gastgeber.

Dann kippte das Spiel. Nicht durch eine weitere taktische Meisterleistung, sondern durch pure Emotion. Ab Mitte des dritten Satzes verwandelte sich die Lengnauer Bank in eine akustische Waffe. Jeder Punkt wurde gefeiert, als hätte man soeben den Meistertitel gesichert, jeder gewonnene Ball löste Jubel aus, der vermutlich noch im Nachbardorf zu hören war. Besonders Dome klatschte und trommelte, als gäbe es Bonuspunkte für Lautstärke. Die Wirkung war sofort spürbar und der dritte Satz ging mit 25:21 verdient an die Gäste. Doch damit nicht genug. Im vierten Satz spielte Lengnau wie im Rausch. Getragen von der Stimmung, angetrieben von der Bank und mit dem festen Glauben, dass heute alles möglich ist, dominierten die Gäste das Geschehen nach Belieben und die Grenzen der Physik wurden verschoben. 25:14, klare Ansage, und spätestens jetzt wusste jeder in der Halle: Dieses Spiel ist noch lange nicht vorbei – und die Musik spielt definitiv auf der Lengnauer Bank.

Im fünften Satz übernahm Oli das Kommando am Service, servierte einen komfortablen Vorsprung heraus – und Hüsi setzte mit einem wuchtigen Schlag zum 15:11 den Schlusspunkt. Neo-Coach Matthi zeigte sich nach dem Spiel entsprechend gelöst und fasste den Abend mit einem breiten Grinsen zusammen: „Auswärtssieg, Erleichterung und die Gewissheit: Manchmal braucht es weniger Musik – und mehr Stimmung.“

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